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Augenabteilung am Kathmandu Medical College, Kathmandu - Nepal


Die Katarakterkrankung („Grauer Star“) ist weltweit die häufigste Blindheitsursache. Unbehandelt führt diese Linsentrübung zur Blindheit. Bei der Kataraktoperation wird das Auge mit einem Schnitt geöffnet, die trübe Linse entfernt und eine künstliche Linse eingesetzt. In den Ländern der Dritten Welt werden einfachere aber komplikationsreichere Operationsmethoden angewendet.
In den Industrieländern ist u.a. die so genannte Phako-Emulsifikation („Phako“) zur gängigen Operationsart geworden. Sie ist eine minimalinvasive und daher schonendere Methode: Da der Linsenkern mittels Ultraschall „zertrümmert“ und gleichzeitig abgesaugt wird, ist der Schnitt in den Augapfel erheblich kleiner.

Prof. Om K. Malla, Leiter der Augenabteilung des Kathmandu Medical College (KMC), ist der direkte Ansprechpartner für dieses Projekt. Das KMC und Prof. Malla sind Vision for the World e.V. bereits durch die erfolgreiche Zusammenarbeit in anderen Förderprojekten bekannt. Gemeinsam mit ihm will Vision for the World die Phako am KMC etablieren.

Die Projektplanung sieht mehrere, zeitlich aufeinander folgende Phasen vor:

Phase 1: „Kauf und Installation des Phako-Geräts“
Die Vereinsvorstände Max Reindl und Susanne Grethlein konnten die Firma Oertli Instrumente AG (Schweiz) dafür gewinnen, Vision ein Phako-Emulsifikationsgerät inkl. Zubehör zum Spendenpreis zur Verfügung zu stellen. Die Installation des Geräts am KMC sowie die erforderlichen turnusmäßigen Wartungen erfolgen durch einen in Delhi, Indien, ansässigen Kooperationspartner der Firma Oertli.

Phase 2: „Einweisung und Schulung“
Vision schickt einen renommierten deutschen Partner-Augenarzt nach Nepal. Dieser weist die dortigen Kollegen des „start-up“ Teams am KMC in die Handhabung des Gerätes und die Operationstechnik ein. Die erste Einweisung dauert ca. zwei Wochen.
Herr Prof. Dr. med. Klaus Ludwig von der ARIS Augenklinik, Nürnberg, hat sich dazu bereiterklärt zusammen mit OP-Schwester Frau Josepha Eschenlohr diese Aufgabe zu übernehmen.
Der erfahrene Augenarzt war bereits in Kenia und anderen Ländern der Dritten Welt im Einsatz und bringt das für derartige Projekte nötige Knowhow sowie viel Engagement für die Sache mit. Auch Schwester Jospeha kann auf umfangreiche Erfahrungen in humanitären Projekten, unter anderem auf Haiti, zurückgreifen. Neben fachlicher Kompetenz hat sie die Gabe, sich auf die Gegebenheiten vor Ort sofort einzustellen bzw. einzulassen.

Phase 3: „Praxistraining und Wiederholungsschulungen“
Das „start-up“ Team der Augenabteilung des KMC sammelt erste Erfahrungen mit dem Phako-Emulsifikationsgerät, indem es eigenständig Operationen an Patienten durchführt.
Nach einigen Monaten entsendet Vision erneut einen Partner-Arzt aus Deutschland nach Nepal. Er berät vor Ort die nepalesischen Ärzte und führt Wiederholungsschulungen durch. Anschließend finden in regelmäßigen Abständen Schulungen statt.

Phase 4: „Aus- und Weiterbildung“
Nachdem die nepalesischen Ärzte des „start-up“ Teams ausreichend Erfahrung mit dem neuen Gerät und der Operationsmethode sammeln konnten, übernehmen sie nun ihrerseits die Aus- und Weiterbildung ihrer Kollegen und Studenten am KMC.

Kathmandu
Kathmandu Durbar Square

Kataraktoperation