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Kataraktoperationen bei Kindern


Das "Sagarmatha Choudhary Eye Hospital" in Lahan wurde von dem deutschen Augenarzt Dr. Albrecht Hennig aufgebaut. In der sehr armen Region entstand Stück für Stück die zweitgrößte Augenklinik der Welt gemessen an der Anzahl der Operationen. Pro Jahr werden dort ca. 55.000 Menschen operiert. Sie hat rund 400 Betten und wird von Dr. Hennig geleitet. Er und sein Team operieren in der Stunde 20 Patienten, die aus Nepal und Nordindien kommen.
Aufgrund der hohen Patientenzahl kann das Krankenhaus seine Dienstleistungen zu einem erschwinglichen Preis anbieten. Sehr arme Patienten werden kostenlos behandelt.

Das Einzugsgebiet der Klinik in Lahan wächst ständig weiter. Es spricht sich herum, dass der Graue Star und andere Augenkrankheiten kompetent und zu einem bezahlbaren Preis - und bei Bedarf auch kostenlos – behandelt werden. Da Lahan ein sehr abgelegener Ort mit wenig Infrastruktur ist, ist die Anreise für die Patienten oft beschwerlich. Außerdem steht die Klinik vor dem Problem, qualifiziertes Personal auf Dauer halten zu können.

Mit Hilfe eines Entwicklungsexperten wurden die weiteren Expansionsmöglichkeiten analysiert und das Konzept eines Augenkrankenhauses in Biratnagar entwickelt. Biratnagar ist die zweitgrößte Stadt Nepals und sowohl für indische Patienten wie auch für Patienten aus dem Osten Nepals gut erreichbar. Die gute verkehrstechnische Infrastruktur in Biratnagar bietet auch eine ideale Möglichkeit, bislang nicht versorgte Gebiete in der Himalajaregion zu erreichen.

Im Jahr 2006 wurden zunächst Räume angemietet und mit einer vergleichsweise einfachen Ausstattung versehen. Die Patientenzahlen stiegen durchschnittlich schnell auf rund 200 pro Tag, an Spitzentagen kommen bis zu 600. Es mussten neue Gebäude dazu gemietet werden, die Bettenanzahl wurde ausgebaut,

Deshalb wurde eine größere Augenklinik geplant, die gemeinsam mit der Klinik in Lahan das Zentrum des zukünftigen Augenprogramms „Eastern Eye Care Programme“ (EREC-P) bilden soll, mit dem die gesamte Region Ost-Nepal und Nord-Indien augenmedizinisch versorgt werden soll. Im Herbst 2011 soll die neue Augenklinik eröffnet werden. 

Die beiden Augenkrankenhäuser in Lahan und Biratnagar führen jährlich etwa 1.200
Kataraktoperationen an Kindern durch. Kinder, die mit Grauem Star geboren werden, müssen so früh wie möglich operiert werden, da die Augen und das Gehirn den Sehprozess sonst nicht erlernen können.

Bei der Operation wird ihnen eine intraokulare Linse eingesetzt, die auf das ausgewachsene Auge hin berechnet ist. Alle Kinder benötigen nach der Operation eine Brille, die auch regelmäßig überprüft und ausgetauscht werden muss, solange bis der Wachstumsprozess des Auges abgeschlossen ist. Dabei muss die Dioptienstärke der Gläser regelmäßig der Veränderung des Auges angepasst werden.

Die Krankenhäuser in Lahan und Biratnagar beziehen die Brillengläser meist von
chinesischen Herstellern. Im Durchschnitt kostet ein Brillengestell etwa 4 Euro (NPR 400). Das Brillenglas sowie die Einpassung ins Gestell beträgt ca. 2 Euro (NPR 200).
Die Gesamtkosten für eine Brille betragen somit ca. 6 Euro (NPR 600).

Pro Jahr müssen die Brillen von ca. 800 Kindern erneuert werden um sie auf die veränderte Dioptrienstärke anzupassen. Zuzüglich der 1.200 Brillen der Kinder, die jährlich neu operiert werden, ergibt sich ein Gesamtbedarf von 2.000 Brillen pro Jahr.

Somit fallen jährlich Kosten in Höhe von ca. 12.000 Euro für 2.000 Kinderbrillen an, die nur über zusätzliche Spendengelder abgedeckt werden können.

Dank der Unterstützung der uvex-gruppe durch die Rainer Winter Stiftung, die Vision for the World als Partner gewinnen konnte, ist es uns möglich dieses Projekt für die nächsten drei Jahre zu unterstützen. Nach unserem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglich wir somit augenkranken Kindern einen selbständigen Lebensweg zu beschreiten.