Aufbau einer Netzhautabteilung am Biratnagar Eye HospitalNetzhauterkrankungen stehen an dritter Stelle aller beidäugigen Erblindungen in der ländlichen Region Nepals und Nordindiens. Des Weiteren führen viele Augenverletzungen, die bei Menschen dieser Region vermehrt auftreten, zu nachfolgenden Schäden im hinteren Augenabschnitt.Besonders bei Kindern sind Netzhauterkrankungen eine der Hauptursachen von Blindheit, welche durch rechtzeitige Laserbehandlung vermieden werden kann. Die Arbeit der Netzhaut-Abteilung (vitreo-retinale Chirurgie)des SCEH begann bereits 2003. Seitdem konnte vielen Tausend Patienten mit Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes geholfen werden. Das Hospital bietet diese Operationen zu einem sehr niedrigen Preis an, der nicht kostendeckend ist (umgerechnet etwas 27 Euro), um besonders die armen Patienten zu erreichen. Viele werden sogar kostenlos behandelt. Sie kommen aus den sehr armen Regionen Ost-Nepals und Nordindiens und sind oft Tage unterwegs um behandelt zu werden. Im Juni 2007 wurde die chirurgische Glaskörper- und Netzhautabteilung (VR) nach Biratnagar verlegt. Um die kontinuierliche Fortführung dieser VR-Spezialabteilung zu gewährleisten begann die deutsche Leiterin der Netzhautklinik, Frau Dr. Iris Winter, im Februar 2008 mit der Ausbildung eines Augenarztes vor Ort. Ein zweiter lokaler Augenarzt begann seine Fortbildung in der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie im Juli 2009 Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Zentrums zur Behandlung von Netzhauterkrankungen in Ost-Nepal und Nordindien sowie die Ausbildung von beheimateten Fachärzten für klinische Netzhautchirurgie (vitreoretinale Ophthalmochirurgen) und die Weiterbildung des Assistenzpersonals. In den kommenden vier Jahren sollen mindestens 1000 netzhautchirurgische Eingriffe pro Jahr durchgeführt werden. Des Weiteren soll eine Verbesserung der Bewusstseinsbildung unter der Bevölkerung über die behandelbare Netzhauterkrankung und Allgemeinerkrankungen mit Risiko der Erblindung durch Netzhautschäden erreicht werden. Spezielle Aufklärungsveranstaltungen und Screeing Camps für Patienten mit Diabetes mellitus haben bereits begonnen und sollen im Laufe der nächsten Monate intensiviert werden. Vision for the World finanziert für dieses Projekt die weitere medizinische Ausstattung der bereits vorhandenen Ambulanz (u.a. ein binokulares Kopfophthalmoskop, einen weiteren Diodenlaser inkl. Endolasersonden, ein Kryogerät, diverse Weitwinkel- und Kontaktgläser) sowie den Ausbau der Spezialaugenabteilung. Auch wird die Ausbildung von 2 Fachärzten zu vitreo-retinalen Ophthalmochirurgen sowie die Weiterbildung des Assistenzpersonals unterstützt und gefördert. |
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