Pressegespräch mit Brigitte Frau Nachtmann-Leitl (Fürther Nachrichten, Dezember 2012)

Nach ihrer Rückkehr aus Nepal hat Frau Nachtmann-Leitl im Dezember 2012 in einem Pressegespräch mit den „Fürther Nachrichten“ über ihre Arbeit, ihre Eindrücke und ihre Erlebnisse in Nepal umfangreich berichtet:

Hitze, falsche Ernährung, hohe UV-Strahlen, alle diese Faktoren schädigen die Augen des Menschen. Und alle diese Faktoren kommen in diesem Himalaya-Land zusammen, so dass viele Menschen in Nepal schwer sehbehindert oder sogar erblindet sind. Obwohl in Nepal mit bescheidenen Mitteln Brillen und auch die dazu notwendigen Gläser hergestellt werden, will Frau Nachtmann-Leitl nicht von einer Unterentwicklung in diesem Land sprechen. Im Gegenteil: Sie hat festgestellt, dass die Arbeit, die die nepalesischen Optiker in den beiden Kliniken in Lahan und Biratnagar leisten, auf Grund der Verhältnisse und der Gegebenheiten vor Ort eigentlich „genial“ seien. Die Gläser fertigen sie komplett an, obwohl sie nur Beißzangen und zwei Handschleifsteine zur Verfügung haben. So entstehen etwa 200 Brillen am Tag.

Frau Nachtmann-Leitl betonte, dass diese Präzision für sie faszinierend war. „Ich kenne in Deutschland niemanden, der Gläser von Hand so gut schleifen kann“, so Frau Nachtmann-Leitl. Trotz dieser hohen handwerklichen Fertigkeit der nepalesischen Optiker war dennoch ihre Hilfe und ihr know how aus Deutschland sehr gefragt. Zur Vorbereitung ihrer Tätigkeit hatte Frau Nachtmann-Leitl einen zweiwöchigen Lehrplan mit Materialien, Beispielen und zahlreichen Bildern ausgearbeitet. Bereits nach wenigen Tagen war ihr umfangreicher Lehrplan durchgearbeitet und zeigte deutlich, mit welcher Neugier und mit welchem hohen Wissendrang ihr Aufenthalt in den Kliniken in Nepal begleitet wurde. So konnte sie tagtäglich konkrete Hilfe zur Selbsthilfe leisten. In den zwei Wochen wurde ihr Wissen permanent nachgefragt und sie erlebte auch Krankheitssituationen bei jungen Patienten, die ihr deutlich machten, wie notwendig unsere Hilfe und Unterstützung ist.

„Bei einem zehnjährigen Jungen haben wir minus 20 Dioptrien gemessen, ein Sechsjähriger war bereits am Grauen Star operiert und ich habe einem zweijährigen Kind eine Brille angepasst“. Vielfach sind gerade die Brillen für Kinder und Jugendliche in Nepal eher suboptimal.

Frau Brigitte Nachtmann-Leitl ist nach den zwei Wochen in Nepal mit dem guten Gefühl wieder in Deutschland gelandet, etwas „bewegt“ zu haben. Derzeit schreibt sie an einem „Nachschlagewerk“ für ihre nepalesischen Kollegen, dass sie bald nach Nepal schicken wird.