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Fürth, im Oktober 2022

Liebe Mitglieder und Freunde von Vision for the World

Das Team von Vision for the World, Rumänien 2022Hier der zweite Teil zu unserem Projekt „Augenscreening in Rumänien“.
Fünf Tage in den Dörfern Transsylvaniens

Viel Freude beim lesen.

Ihre

Brigitte Nachtmann-Leitl, Vorstand Vision for the World
Brigitte Nachtmann-Leitl

11.7.2022, unser erster Tag in Alma Vii

Bildunterschrift noch ausformulieren: Augenarzt Dr. Lang, augenmedizinische UntersuchungEs war viel Gesprächsbedarf. Dr. Lang bei der Beratung einer älteren Dame in Alma Vii

Augenscreening im Education Center, Alma Vii
Da wir ja nicht wussten, welche Art von Sehproblemen zu erwarten waren, hat es sich als sinnvoll erwiesen, zuerst eine Untersuchung der Augen durchzuführen. Auf diese Weise konnte Dr. Lang erkennen, ob eine Augenkrankheit vorliegt oder eine Brillenkorrektion erforderlich ist.

Die Arbeitsteilung war an allen Tagen wie folgt:

Birgit: Visusbestimmung
Jürgen: Sehstärkenbestimmung mit Autorefraktometer
Dr. Lang: augenmedizinische Untersuchung
Brigitte: Auswahl von Fassungen zur individuellen Verglasung, Verteilung von Sonnen- und Lesebrillen
Ursula und Kollegen: Übersetzung und Organisation

Leider fanden wir viele Personen mit schwerwiegenden Augenproblemen. Unser Augenarzt Dr. Lang konnte eine ganze Reihe von schlecht eingestellten Diabetikern mit diabetischer Netzhautbeteiligung und Katarakten (Grauer Star) identifizieren. Ebenso eine erhebliche Zahl von Personen mit länger zurückliegenden Augenverletzungen, die mittlerweile zur Erblindung geführt hatten. Darüber hinaus hatten auch viele Menschen eine sehr schlechte Sehleistung, teilweise durch angeborenes Schielen oder durch versäumte Brillenkorrektur in jungen Jahren.

Fazit des Tages:

Insgesamt konnten wir an diesem Tag 70 Personen untersuchen. 14 davon erhielten eine Lesebrille, 25 benötigen eine individuell gefertigte Brille und bei 31 der Untersuchten war eine Versorgung durch uns nicht mehr möglich.
Nicht immer war es einfach, nach diesen Untersuchungen zu erklären, dass die Sehschärfe dieser kranken Augen durch eine neue Brille nicht wiederhergestellt werden kann. Patienten mit einer behandlungsbedürftigen Erkrankung erhielten deshalb keine neue Brille, sondern eine Überweisung zur Therapie bei einem lokalen Augenarzt.

12.7.2022, Tag 2 in Malancrav

Untersuchung in einer Scheune, Juli 2022, MalancravDa im Gebäude nicht ausreichend Platz war, musste Birgit improvisieren und Ihre Voruntersuchungen in der Scheune durchführen

Am zweiten Tag waren wir zum Screening in Malancrav (Malmkrog). Hier bei diesem Unterstand fand Birgit ausreichend Platz um eine Sehprobentafel aufzuhängen. Für die weiteren Untersuchungen wurden uns Räume im Gemeindehaus zur Verfügung gestellt. Insgesamt kamen an dem Tag etwa 80 Patienten in unsere "Sprechstunde", darunter waren auch drei Personen bei denen eine Katarakt OP nötig ist.

13.7.2022, Tag 3 im Kindergarten in Archita

Augenscreening, Untersuchung im Kindergarten, Archita, Rumänien 2022In Archita fand das Screening im örtlichen Kindergarten statt. Selbstverständlich wollten die Kleinen sehen, was wir in Ihren Räumen machen.

Für das heutige Augenscreening in Archita waren wir im örtlichen Kindergarten untergebracht. Im Laufe des Tages konnten 86 Erwachsene und Kinder untersucht werden. Darunter auch eine Frau mit akuter Bindehautentzündung, sowie mehrere Personen mit funktioneller Einäugigkeit bzw. Schwachsichtigkeit, da in der Kindheit bei ihnen keine Versorgung mit Brille erfolgte.

Nach getaner Arbeit fuhren wir an diesem Tag zu unserem neuen Quartier in Viscri, einem wunderschönen, frisch renoviertem Gästehaus des Michal Eminescu Trusts.

14.7.2022, Tag 4 – eine Scheune in Crit (Kreis Brașov)

ein 4 Jahre altes Mädchen mit einer Narbe auf der NetzhautDr. Lang bei der Untersuchung eines 4 Jahre alten Mädchens mit einer Narbe auf der Netzhaut.

In Crit fanden alle Untersuchungen in einer Scheune statt. Dank des schönen Wetters konnten wir die Wiese davor als Wartezimmer nutzen. Im Laufe des Tages hatten wir 98 Teilnehmer, darunter leider auch ein 4 Jahre altes Mädchen mit einer Narbe auf der Netzhaut. Diese ist durch eine Toxoplasmose Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft entstanden. Das Kind ist dadurch auf einem Auge blind. Dieser Fall zeigt dramatisch auf, wie wichtig neben einer medizinischer Versorgung auch die Aufklärungsarbeit ist, um die Bevölkerung hinsichtlich der Risiken z.B. von Toxoplasmose zu sensibilisieren.

Als Dankeschön für unser Engagement wurden wir an diesem Tag von einem Geschäftsmann, der von unserer Aktion gehört hatte, in sein Hotel, die Casa Kraus in Crit, zum Mittag- und Abendessen eingeladen.



15.7.2022, Tag 5 in Roadeş

Augenscreening mit Rodenstock Auto-Refraktometer, Roades, Rumänien 2022Jürgen bei der Messung mit den Auto-Refraktometer, im Hintergrund Dr. Lang bei der Untersuchtung

Ein Dorf das überwiegend von Roma Familien bewohnt ist. Es gibt sehr viele Kinder im Ort und einen großen Andrang zu den Untersuchungen. Das sonst unbewohnte Haus in dem wir heute zu Gast sind, ist sehr einfach in der Ausstattung und im Grunde baufällig. Aber es sind sehr sehr nette und freundliche Menschen hier und unsere Hilfe war ganz besonders willkommen. Das allgemeine Einkommens- und Bildungsniveau in Roadeş ist niedriger als in den umliegenden Dörfern. Wegen der schlechten Arbeitsmarktlage – diese konnte auch das Engagement von Peter Maffay nicht wesentlich verbessern – verlassen viele Erwachsene die Gegend, um im europäischen Ausland Arbeit zu finden. Häufig werden die Kinder dann einfach in der Obhut von entfernten Verwandten oder Nachbarn zurückgelassen.





Fazit der Reise

Die Menschen in dort in Transsilvanien waren sehr dankbar für die Hilfe, die wir angeboten haben. Wer von den Personen, die operiert werden müssen, dies tatsächlich in Anspruch nimmt, wird sich zeigen.
Die Kosten in Höhe von 350,- € pro Operation würde Vision for the World übernehmen, allerdings nur bei Bezahlung direkt an den Leistungserbringer (den Augenarzt oder die Augen-Klink) bzw. an den Michal Eminescu Trust, der die Bezahlung treuhänderisch für uns abwickeln würde. Ursula Fernolend ist bereits in Kontakt mit einer Patientin und wird uns informieren, wenn die Rechnung für die Operation vorliegt. Eine Barauszahlung an die Betroffenen erfolgt nicht.
Die Kosten, die durch die Fertigung der erforderlichen 91 Brillen entstanden sind, belaufen sich auf ca. 5.100 €. Es handelt sich dabei um vorwiegend Einstärken- und Bifokalbrillen.
Leider waren bei den ca. 1.200 Brillengläsern, die wir mitgenommen hatten, kaum passende Stärken für die bestellten Brillen dabei. Das nächste Mal können wir also mit „leichtem Gepäck“, sprich den Messgeräten (unserem neuen Autorefraktometer zum Messen der Sehschärfe, einem Scheitelbrechwertmesser zum Messen der Stärke von vorhandenen Brillengläsern) und vielen Lesebrillen fahren.
Der Aufwand, Fassungen und Gläser mitzunehmen und zuzuordnen lohnt sich nicht. Diese würden in Nepal wesentlich dringender benötigt – hier sind wir gerade dabei Angebote für den Transport einzuholen, nachdem wir von Eschenbach Optik einen vielversprechenden Kontakt bekommen haben. Warten wir ab, was sich hier ergibt.
Aus meiner Sicht war das „Augenscreening in Rumänien“ ein sehr erfolgreiches Projekt, das wir unbedingt wiederholen sollten. Ob das schon im kommenden Jahr sein wird, muss sich zeigen, je nachdem ob und wann es uns gelingt wieder ein Team für dieses Unternehmen zusammenzustellen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Dr. Lang bei seiner Rückkehr nicht nur eines seiner Hörgeräte vermisste, sondern auch an Corona erkrankt war. Auch ich hatte mich infiziert, aber Gott sei Dank war die mitgebrachte Variante im Verlauf relativ „milde“.

Das war es von unserem Projekt in Rumänien – gerne wieder.

Im nächsten Newsletter gibt es noch ein paar interessante Einblicke in unsere Nepalreise im April.

Und nicht vergessen:

Es geht auf Weihnachten zu – Safe the date:
Winterkiosk auf AEG 3.12. + 4.12.022
Altstadtweihnachtsmarkt in Fürth: 7.12. bis 11.12.2022


Wir sind dabei – und hoffentlich mit Eurer Unterstützung
Wir freuen uns auf Euch





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c/o Brigitte Nachtmann-Leitl
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Fotos:
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Textbeiträge: Jürgen Palkoska

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