Gebrauchte Brillen – die Sammelaktion

Gebrauchte Brillen für Nepal – Die Brillenspendenaktion von Vision for the World

Wer kennt das nicht, in der Eigenen oder Omas Schublade immer wieder über nicht mehr benötigte Brillen zu stolpern. Eigentlich zu gut zum wegwerfen

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Industrial Home of Blind Women

Vision for the World – Industrial Home of Blind Women

Das Industrial Home of Blind Women bietet blinden Frauen ein sicheres Zuhause, wo sie essen, schlafen, arbeiten und leben können.

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Interview mit Brigitte Nachtmann-Leitl über ihren Nepal Aufenthalt in Biratnagar und Lahan im April 2019

Frau Brigitte Nachtmann-Leitl, im April waren sie erneut in Nepal. Wie oft waren sie für Vision for the World schon in Nepal?

In diesem Jahr war ich zum siebten Mal in Nepal.


Wenn sie Ihre bisherigen Aufenthalte Revue passieren, was haben sie bisher alles erreicht?

Es wurde viel in Nepal bewegt und inzwischen auch erreicht. So haben zum Beispiel zwei meiner Schüler in Nepal in diesem Jahr ihre Prüfung zum Optiker abgeschlossen. Man kann also sagen, dass sich der Aufwand und die Zeit in Nepal gelohnt hat. Inzwischen leisten die Mitarbeiter in beiden Kliniken, dem Biratnagar Eye Hospital und auch im Sagarmatha Choudhary Eye Hospital in Lahan gute Arbeit und fertigen vor Ort die Brillen, dass die Menschen damit gut sehen können, ohne unerwünschte Nebenwirkungen.
Vor allem das Biratnagar Eye Hospital hat hier nach meiner Einschätzung die größeren Fortschritte gemacht und ist nun auch stark bestrebt, den angebotenen Service noch zu verstärken und das Glasportfolio zu erweitern. Dort wurde inzwischen, um den Patienten die Angst vor Gleitsichtgläsern zu nehmen, eine Verträglichkeitsgarantie eingeführt, ähnlich sowie es bei uns von deutschen Brillenglas Herstellern gewährt wird. Auch eine neue Beratungsabteilung für Kataraktoperationen, eine neue Privatklinik und Beratungsbroschüren sind ein guter und richtiger Weg in Richtung Zufriedenheit der Patienten.
Der von Vision of the World organisierte Praktikumsaufenthalt von Tinku Mukherjee in Deutschland im März 2019 sollte auch helfen, in erster Linie die Ambitionen des Managements zu verstehen und künftig zu unterstützen.

Brigitte Nachtmann-Leitl über ihren Nepal Aufenthalt in Biratnagar und Lahan im April 2019
Messgerät zur Ermittlung der Dioptrien eines Brillenglases

Welche Aufgaben wollten sie in diesem Jahr vorrangig bearbeiten?

In diesem Jahr standen in Biratnagar erneut das Training der Mitarbeiter der Eye Care Center im Mittelpunkt, vor allem bei den neuen Mitarbeitern. Einige der neuen Teilnehmer konnten ihre Tätigkeit schon nach der Trainingswoche direkt beginnen. Für andere war es eine Intensivierung des letztjährigen Trainings. Da vor allem das Biratnagar Eye Hospital neue Eye Car Center eröffnet, wird hier noch einige Zeit Schulungsbedarf bestehen, bis alle Eye Car Center mit ausgebildeten Kräften besetzt werden können. Themen des Trainings waren dieses Mal in erster Linie die Auswahl der richtigen Brillenfassung, deren Ausrichtung nach anatomischen Gesichtspunkten und die richtige Zentrierung der Brillengläser. Morgens wurden die theoretischen Aspekte besprochen, ab 10 Uhr dann in der Praxis geübt.
Im Sagarmatha Choudhary Eye Hospital in Lahan war die Gruppe der Teilnehmer sehr gemischt. Hier waren einige Optometristen, Eye Health Worker, Ophtalmic Assistants und zwei Mitarbeiter der Optical Unit beteiligt.
Die gewünschten Ausbildungsinhalte unterschieden sich hier in Lahan gegenüber Biratnagar deutlich. Hier stand die Vermittlung von Wissen über Gleitsichtgläser, deren Produktion und die Beschichtung der Gläser im Vordergrund. Auch sollte ein Eindruck über den Fassungsmarkt, modische Trends sowie über die gängigen Fassungsmarken vermittelt werden. Auch das Thema Bildschirmbrille war in beiden Kliniken ein wichtiges Thema.

Frau Nachtmann-Leitl, könnten sie uns kurz schildern, was in diesem Jahr alles erreicht wurde? Konnten sie in diesem Jahr erneut auf ihre Erfahrungen aus den Vorjahren aufbauen?

Bei den Teilnehmern, die bereits von mir geschult wurden, konnte ich gut auf das vorhandene Wissen aufbauen. Auch die neuen Mitarbeiter wurden im Vorfeld bereits von den erfahrenen Mitarbeitern angelernt. In Biratnagar konnten wir unter anderem erfolgreich Gleitsichtgläser zu Bildschirmbrillen umfunktionieren. Diese Art von Brillen werden künftig vermehrt zum Einsatz kommen, bis die richtige Bildschirmgläser verfügbar sind.
In Lahan konnte ich in diesem Jahr erstmals feststellen, dass bei jedem Patienten die Pupillendistanz gemessen wurde. Zusammengefasst kann man sagen, dass meine Besuche in den Eye Care Centern einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen haben. Hier wird inzwischen sehr genau gearbeitet, die Beratungsqualität ist also damit deutlich gestiegen.
Im Sagarmatha Choudhary Eye Hospital in Lahan wird neu gebaut. Das alte Gebäude der Klinik, das vor über 35 Jahren von Dr. Albert Hennig geplant worden war, ist mittlerweile viel zu klein. In dem neuen Gebäude wird auch zukünftig eine Optical Unit Platz finden.

Brigitte Nachtmann-Leitl über ihren Nepal Aufenthalt in Biratnagar und Lahan im April 2019
Markierung der Pupillen Mitte auf dem Brillenglas, um die Brille exakt anzupassen.

Welche Fortschritte ihrer bisherigen Arbeit konnten sie in diesem Jahr feststellen? 

In Biratnagar wurde ich in erster Linie positiv überrascht von der guten Arbeit meiner bisherigen Schüler, von der neuen Paying Klinik, in der die Patienten gegen Gebühr schneller behandelt werden und auch von den Gesprächen mit dem Management, in denen ich über geplante Entwicklungen informiert wurde. Eine dieser geplanten Neuerungen sollte inzwischen umgesetzt sein, die Modernisierung der Eye Care Center. Im Rahmen der Modernisierung haben alle Eye Car Center neue Möbel mit mehr Stauraum und Regalen erhalten. Auch soll die technische Ausstattung verbessert werden.
Das Eye Car Center in Malangwa erhält eine eigene Brillenglas Schleiferei (Lens Processing Unit). Dieses Eye Care Center liegt circa 120 Kilometer westlich von Lahan uns wird sehr stark frequentiert. Aus diesem Grund hat man die alte Processing Unit aus Biratnagar dorthin gebracht. Inzwischen dürfte sie den Dienst aufgenommen haben.

Neben den positiven Meldungen gab es sicherlich auch wieder Schwierigkeiten, die von ihnen in diesem Jahr bewältigt werden mussten?

Wie in jedem Jahr gestaltete sich der Unterricht in Lahan anfangs wieder etwas schwierig, da der übersetzende Optometrist wie jedes Jahr auf den Frontalunterricht im Lehrsaal bestand. Auch die Themen, die er ausgewählt hatte, boten mir persönlich wenig Möglichkeiten, die Arbeitsabläufe rund um die Brillen zu verbessern. Den Teilnehmern zu vermitteln, welche Fassungsmarken auf den internationalen Märkten angeboten werden, die aber nicht in Nepal auf dem Markt sind und nicht käuflich zu erwerben sind, erschien mir relativ sinnfrei. Deshalb möchte ich kritisch anmerken, dass sich schon seit Jahren ein Unterrichtstrend abzeichnet, dass die Lerninhalte eher nach den Interessen des Optometristen und nicht nach der Notwendigkeit der täglichen Arbeit ausgewählt wurden. Themen, mit denen er sich nicht gut auskennt, wie zum Beispiel der Einsatz und sie Fertigung von Bildschirmbrillen, hat er versucht zu blocken. Nachdem ich allerdings darauf bestanden habe, den Unterricht eher praxisnaher zu gestalten, konnte die Effektivität deutlich gesteigert werden.

Brigitte Nachtmann-Leitl über ihren Nepal Aufenthalt in Biratnagar und Lahan im April 2019
Brigitte Nachrmann-Leitl überprüft den letzten Arbeitsschritte bevor die Brille an den Kunden ausgehändigt wird.

Konnten sie vor Ort in Nepal auch mit Tinku Mukherjee zusammenarbeiten, den sie während seines Praktikums in Deutschland betreut hatten?

Mit Tinku konnte ich in der Tat zusammenarbeiten. Er stand mir während des Trainings im Biratnagar Eye Hospital als Dolmetscher zu Seite. Er hat inzwischen einen großen Teil des in Deutschland erlangten Wissens umsetzen können und hat nun eine eigene Beratungsabteilung in der Optical Unit und fungiert als Ausbilder, um den in Deutschland erfahrenen Servicegedanken weiter in die Optical Units zu tragen.
Was ist bei ihrem nächsten Aufenthalt in Nepal vorrangig zu bearbeiten?
Im kommenden Jahr plane ich einen Workshop zur Reparatur von Brillenfassungen. Unterstützen wird mich vor Ort in Nepal bei dieser Aufgabe   Herr Jürgen Bayreuther, Augenoptikermeister aus Windsbach, der auch schon in der Ausbildung von Tinku Mukherjee involviert war. Herr Bayreuther ist gerade in Sachen augenoptische Werkstatt eine anerkannte, echte Kapazität.

Was halten sie noch erwähnenswert, was ich nicht gefragt habe?

Im Anschluss an den Unterricht in Biratnagar und Lahan habe ich in diesem Jahr die Optikmesse in Neu-Delhi besucht. Dort konnte ich interessante Kontakte für eine künftige Zusammenarbeit knüpfen. So zum Beispiel mit Herrn Kishore Bhandari aus Mumbai und dem Institute for Skill Development and Training in Nashik. Wenn es uns gelingt, eine entsprechende Organisation für den Import der aus Deutschland gespendeten Brillenfassungen, Sonnen- und Lesebrillen zu finden, haben wir in Herrn Kishore Bhandari möglicherweise eine Person gefunden, der zum Beispiel die Verteilung an Bedürftige in Indien übernehmen könnte.


Vielen Dank für das sehr informative, aber auch kritische Interview über ihre Arbeit und ihren Aufenthalt in Nepal diesem Jahr.

 

 

 

 

Tinku Mukherjee, Kathmandu, Nepal

Tinku Mukherjee, Kathmandu, Nepal zu Gast bei Uvex Safety Group, Fürth

Herzlicher Empfang bei der uvex safety group in Fürth für Optometrist Tinku Mukherjee vom Biratnagar Eye Hospital, Kathmandu, Nepal.
Er wird für 4 Wochen zur Aus- und Weiterbildung in Deutschland bleiben.

Demnächst mehr dazu an dieser Stelle…

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